15.03.2011

 

UnternehmerinnenTreff Espelkamp – UTE
Vortrag: „Was soll der ganze Ärger“

 

Ärger ist wie einen Kaktus wegwerfen - was bleibt, sind die Stacheln in der eigenen Haut.

„Wir hätten anstatt 90 auch 130 Gäste annehmen können, aber die Kapazitäten waren erschöpft.“, bedauerten die UTE-Organisatorinnen Ruth Graf und Beate Henke, weil sie so vielen Anfragenden absagen mussten, freuten sich jedoch über die ausgebuchte Veranstaltung.

Maike Carls, Diplom-Pädagogin für Erwachsenenbildung aus Friedeburg hielt vor begeistertem Publikum auf sehr humorvolle Art ihren Vortrag „Was soll der ganze Ärger?“

Quellen, um sich zu ärgern gibt es jeden Tag in vielerlei Hinsicht: über sich selbst, über andere und anderes. Jede und jeder haben da so ihre eigenen Baustellen und Glocken, die zum Klingen gebracht werden können und bringen durch minimale Berührung ein enormes Läuten zustande. An manchen Tagen reagieren Menschen sehr gereizt und sind auf „Ärger“ vorprogrammiert. Leicht verfallen wir in (alte) Ärgerprogramme, d. h. wir wissen, dass das Ärgern nichts verändert, doch wir ärgern uns trotzdem. Und wenn die Bereitschaft zum Ärgern vorhanden ist - dann springt einen der Ärger förmlich an.

Eine andere Sichtweise und Einstellung kann einiges erleichtern, z.B. der Entschluss sich nicht so zu ärgern. Sollten wir nicht froh sein, dass es uns gut geht? Besser als 95 % der Erdbevölkerung. Wir haben ein Dach über dem Kopf, können die Heizung anschalten, haben etwas anzuziehen, zu Essen und zu trinken, wir müssen nicht in Japan leben, auch nicht in Libyen und wir haben seit über 60 Jahren keinen Krieg mehr.

Trotzdem machen wir sehr leicht aus der Mücke einen Riesen-Elefanten. Hinzu kommt, dass wir gerne den Ärger aufbauschen und wenn wir uns sehr geärgert haben, wird das Thema immer wieder aufgekocht. Ärger wirkt dann wie bei einer Langspielplatte, die einen Sprung hat - es beginnt immer wieder von vorn und das ärgerliche Erlebnis lässt einen nicht los. Maike Carls trug vor, dass der Ärger immer in unserem eigenen Körper stattfindet. Er kann uns krank machen, unser Immunsystem zu Fall bringen (Erkenntnisse der Psycho-Neuro-Immunologie) und unser Gesicht in eine Berglandschaft mit tiefsten Tälern verwandeln. Aber sind einem die Falten das wert?

Oft ist es so, dass wir anschließend darüber lachen können, manchmal früher, manchmal später. Intelligent ist es, dann lieber gleich zu lachen, zumindest zu lächeln. Ihr Kommentar: „Ärgern Sie sich doch nicht über irgendwelche Leute. Egal wo und wann die gehen - dann wird’s schön! Da haben Sie doch schon Grund zur Vorfreude! Lächeln Sie!“ Das aktiviert Glückbotenstoffe wie Endorphine, Serotonin und Oxydozin, aktiviert uns zur Änderung der Situation durch Dopamin und lässt unseren Stresspegel herunterfahren durch Noradrenalin. Außerdem sehen wir viel attraktiver aus und stecken auch noch andere Leute durch unsere gute Laune an. Worte wie „sollte, hätte, könnte“ machen mürbe. Nehmen Sie sie aus Ihrem Wortschatz. Sie ändern im Nachhinein nichts an einer Situation.

Carls empfahl den Teilnehmerinnen und Teilnehmern: Schnappen Sie sich Ihre rosarote Brille, ein Stäbchen quer in den Mund (somit verfallen Sie automatisch ins lächeln) binden Sie den "emotionalen Airbag" um, stellen Sie sich öfter mal auf einen Stuhl - so bekommen Sie eine andere Perspektive und unterbrechen Ihr eigenes Ärger-Programm. Unter großem Applaus wurde Maike Carls verabschiedet und machte sich mit dem Worten auf den Rückweg: „Nun muss ich ja noch ganz nach Ostfriesland. Und wenn ich mich dann verfahren sollte, dann ärgere ich mich nicht! Nein! Umwege erhöhen die Ortskenntnisse!“

 

Die nächste UTE Veranstaltung findet am Dienstag, 19. April 2011 um 19.30 Uhr im GAZ statt. Thema des Abends „Das Gesicht - die kleinste Bühne der Welt.“ Ilona Weirich aus Hannover hält einen Vortrag „Die Kunst, in Gesichtern zu lesen.“

 

Interessierte Frauen (und Männer), gerne auch Nicht-Unternehmerinnen, sind bei UTE-Veranstaltungen immer herzlich willkommen. Zwecks Planung der Räumlichkeiten wird um Anmeldung gebeten. Dieses ist über diese Internetseite möglich oder telefonisch bei Ruth Graf Büroservice (Tel. 05743-2373) oder Beate Henke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Espelkamp (Tel. 05772/562108).

Von Nichtmitgliedern wird ein Kostenbeitrag von 8,00 Euro erhoben. Im Preis ist ein Begrüßungsgetränk enthalten.