16.02.2010

 

UnternehmerinnenTreff Espelkamp – UTE
Vortrag: "Hochmotiviert, überengagiert, resigniert - Burnout"

 

Wer ausbrennt, muss einmal gebrannt haben

Über eine sehr gut besuchte Veranstaltung freuten sich die Organisatorinnen des UnternehmerinnenTreffs.

Vor fast 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hielt Ursula Schellenberg, Dipl.-Sozialpädagogin aus Löhne, einen Vortrag zum Thema Burnout: hoch motiviert, überengagiert, resigniert ... Burnout. Wer ausbrennt, muss einmal gebrannt haben.

Als Ursache für das Burnout spielen belastende Bedingungen eine Rolle. Hinzu kommen aber immer die Persönlichkeitsfaktoren der Burnout-Persönlichkeit.

•     Hungrig nach Anerkennung.
•     Mehr Anstrengung, wenn Stress und Rückschläge auftreten.
•     Vorbilder, die es (scheinbar) schaffen.
•     Erschöpfungssymptome werden nicht ernst genommen, sondern wie Feinde behandelt, die es zu schlagen gilt.

Die Phasen des Burnouts sind mit Schlagworten dargestellt:
Zu Anfang hoch motiviert, die selbst gesteckten Ziele wollen unbedingt erreicht werden, so dass man überengagiert wird. Die Devise: mehr Anstrengung führt zum Ziel. Nach Überstunden und noch mehr Einsatz folgt die Erschöpfung. Und wenn dann noch nicht der Abschied von den Zielen erfolgt, kann es zur Resignation führen. Die Schuld des Scheiterns wird bei sich selbst oder bei den Verhältnissen gesucht. Der Spaß an bisherigen Tätigkeiten geht verloren, es kann zu Depressionen kommen. Bei den Frauen, die sich oft als Umsorgerin sehen, kommen der weibliche Perfektionismus oder vorenthaltene Anerkennung hinzu, so dass Frauen vom Burnout häufiger betroffen sind als Männer.

Für Betroffene gibt es Hilfe: man kann sich vor Burnout schützen und es gibt auch Auswege aus dem Burnout. „Sich seiner selbst bewusst werden“, also den eigenen Bedürfnisse, Wünschen und Fähigkeiten nachkommen, ist der erste und wichtigste Schritt im Kampf gegen das Burnout-Syndrom.“ (Herbert Freudenberger)

Ursula Schellenberg machte Mut, sich der eigenen Burnout-Gefährdung zu stellen und etwas dagegen zu unternehmen. Zwölf Punkte zur Burnout-Verhütung oder - Rekonvaleszenz:

•     Hören Sie auf mit dem Verleugnen, vertrauen Sie auf die Weisheit Ihres Körpers.
•     Vermeiden Sie Isolation. Machen Sie nicht alles allein!
•     Ändern Sie Ihre Lebensumstände. Wenn Sie Ihre Arbeit, Ihre Beziehung, eine Situation oder Person Sie fertig macht, versuchen Sie die Umstände zu ändern – oder gehen Sie, falls nötig.
•     Vermindern Sie Ihren verstärkten Einsatz. Arbeiten Sie auf eine Erleichterung hin.
•     Hören Sie auf, sich überfürsorglich zu verhalten.
•     Lernen Sie, „nein“ zu sagen.
•     Fangen Sie an, kürzer zu treten und Abstand zu nehmen. Lernen Sie, zu delegieren.
•     Geben Sie sich neue Werte, versuchen Sie, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.
•     Lernen Sie, Ihr persönliches Tempo zu bestimmen. Sie verfügen nur über eine begrenzte Menge an Energie.
•     Kümmern Sie sich um Ihren Körper. Geben Sie Ihrem Schlafbedürfnis nach und achten Sie auf eine gesunde Ernährung.
•     Versuchen Sie, sich so wenig wie möglich zu sorgen und zu ängstigen.
•     Behalten Sie Ihren Sinn für Humor.

Zum Schluss verwies Ursula Schellenberg noch auf eine Burnout Beratungsstelle. Das Institut für Burnout Prävention in Bielefeld, www.insbire.de, befasst sich mit dem Burnout.

 

Der nächste Vortrag findet am Dienstag, 16. März 2010 um 19.30 Uhr im GAZ, Fritz-Souchon-Str. 27, Espelkamp statt. Thema: Sicheres Auftreten bei vollkommener Ahnungslosigkeit, referiert von Maike Carls aus Friedeburg.

 

Interessierte Frauen (und Männer), gerne auch Nicht-Unternehmerinnen, sind bei UTE-Veranstaltungen immer herzlich willkommen. Zwecks Planung der Räumlichkeiten wird um Anmeldung gebeten. Dieses ist über diese Internetseite möglich oder telefonisch bei Ruth Graf Büroservice (Tel. 05743-2373) oder Beate Henke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Espelkamp (Tel. 05772/562108).

Von Nichtmitgliedern wird ein Kostenbeitrag von 8,00 Euro erhoben.