16.10.2007

 

UnternehmerinnenTreff Espelkamp – UTE
Vortrag: "Frauen und Architektur"

Spannend und historisch fundiert gestalteten die beiden Architektinnen Gabriele Rotter und Gabriele Kather den Vortrag „Frauen in der Architektur“ im GAZ Espelkamp, der von 18 Personen besucht war. Gabriele Rotter stellte die Grundzüge der Architektur begrifflich dar und zeigte danach die Bedeutung der Architektur für die Menschen auf. Die Architektur wird von der Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Gesetzgebung, Religion und Technik beeinflusst und sei somit ein wesentlicher Teil der kulturellen Identität einer Gesellschaft.

Es wurde kurz die geschichtliche Entwicklung der Architekten über die Baumeister, Kleriker und Künstler bis zum Architekten dargestellt. Interessant war zu erfahren, dass es die Ausbildung zum Architekten/ Architektin erst seit dem 19. Jahrhundert gibt, und dass diese Berufsbezeichnung gesetzlich geschützt ist, um Qualität zu gewährleisten.

Frau Rotter erläuterte außerdem den beruflichen Werdegang einer Architektin und zeigte die verschiedenen Aufgabenbereiche von der Grundlagenermittlung über die Ausführungsplanung bis hin zur Abrechnung und Übergabe des Projektes auf. Anhand eines Beispiels wurde der Weg von der Idee über die Skizze bis zum fertigen Entwurf sehr anschaulich dargestellt.

Danach ging Gabriele Kather auf das Bild der Frau in der Architektur und auf die Einflussnahme der Frauen auf die Architektur des 20. Jahrhunderts ein. Die 20er und 30er stellten eine bis heute wichtige Phase der Architekturgeschichte dar, die besonders die Existenz einer Frauen-Baukultur deutlich machte. Es wuchs eine neue Generation von Frauen heran, die in kulturellen Bereichen und in Architektur sehr aktiv waren.

Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten und durch den 2.Weltkrieg wurde die Frauen-Baukultur zerstört. Danach kam lange Zeit nichts Vergleichbares. Das ändert sich zunehmend! Immer mehr Frauen sorgen mit ihren Bauten für Ansehen und Akzeptanz in der Gesellschaft. Die Teilnehmenden erfuhren anhand der Lebensentwürfe verschiedener Architektinnen über die Berufstätigkeit dieser Frauen in einem für die Zeit ungewöhnlichen Arbeitsfeld.

Sie machten u.a. die Bekanntschaft mit der 1. Architektin Deutschlands- Emilie Winkelmann (1875-1951); mit Lilly Reich (1885-1947)- Innenarchitektin, die auch Maßstäbe im Messebau setzte; mit Eileen Gray (1878-1976)- Designerin und Architektin, entwarf z.B. den Beistelltisch E1027; mit Margarete Schütte-Lihotzky(1897-2000)-Architektin, die die „Frankfurter Küche“ und Wohnkonzepte für allein stehende und berufstätige Frauen entwickelte sowie mit der international anerkannten Architektin Zaha M. Hadid (1950), die bislang als einzige Frau 2004 den „Pritzker-Preis“ (renommiertester Preis im Bereich der Architektur) verliehen bekommen hat.

Insgesamt war der Vortrag sehr informativ und wünscht eine Fortsetzung.

Die nächste UTE Veranstaltung ist ein Workshop am 24.11.07. WEB – Wahrnehmen – Entspannen – Bewegen. Interessierte Frauen sind bei UTE herzlich willkommen. Anmeldungen sind über die Internetseite www.ute-web.com möglich. Telefonisch bei den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Espelkamp, Rahden und der Gemeinde Stemwede oder bei Ruth Graf Büroservice.

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Die nächste UTE Veranstaltung ist ein Workshop am Samstag, 24. November 2007 um 9.00 Uhr in der Praxis für Physiotherapie, Mittelgang 19, 32339 Espelkamp.

 

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung zu der Veranstaltung gebeten. Dieses ist über die Internetseite www.ute-web.com, telefonisch bei den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Espelkamp, Rahden und der Gemeinde Stemwede oder bei Ruth Graf Büroservice möglich.