05.03.2007

 

UnternehmerinnenTreff Espelkamp – UTE
Besichtigung Privatbrauerei Strate, Detmold

Hopfen – die Arzneipflanze des Jahres 2007

Anlass für 26 UTE Mitgliedsfrauen aus dem Kreis Minden-Lübbecke und Diepholz, nach Detmold zu fahren. Hier wurde die Privatbrauerei Strate besichtigt, die 1863 von Adolf Hüppe gegründet und heute in der 5. Generation von drei Frauen, Mutter und zwei Töchtern, geführt wird. Adolf Hüppe war für sein gutes und süffiges Bier bekannt, so dass er beschloss, sich damals außerhalb von Detmolds Stadtmauer selbstständig zu machen. Auf den Grundstücken seiner Frau, deren Eltern eine Getreidehandlung hatten, baute er eine wunderschöne Brauerei im neugotischen Baustil. Frei nach dem lippeschen Motto "Wer nichts erheiratet und nichts ererbt, bleibt ein armer Teufel, bis das er sterbt", waren hiermit die zwei wichtigsten Grundlagen für den Betrieb einer Brauerei geschaffen, die Grundstücke und der Hauptrohstoff für die Bierbrauereien.

1979 wurde ein neuer Kurs für das Unternehmen eingeschlagen. Die nostalgische Bügelverschlussflasche wurde wieder eingeführt und ein mildes süffiges Bier kreiert, welches mit einem Jahrhundertsud auf den Markt kam. Nach dem Tod von Friedrich Strate übernahm Ehefrau Renate zusammen mit ihren Töchtern Friederike und Simone 1995 die Leitung der Brauerei.

Tochter Friederike, einst jüngste Braumeisterin Deutschlands, begrüßte die Teilnehmerinnen in ihrer herzlich offenen und sehr fröhlichen Art. Nicht ohne Stolz erzählte sie, dass die Privatbrauerei Strate gemäß dem letzten Bierreport zu den 32 größten unabhängigen Brauereien Deutschlands in Familienbesitz zählt. Der Jahresausstoß lag vor 20 Jahren bei 10.000 Hektolitern und liegt nun bei 160.000 Hektolitern. Ihr Ziel ist es, die schönste und fröhlichste Brauerei zu werden. Bei der sehenswerten parkartigen Gartenanlage und der fröhlichen Art der Unternehmerinnen dürfte das Ziel erreicht sein. Die Spezialität: das Bier aus der umweltfreundlichen Bügelverschlussflasche. Nach der Flensburger Brauerei ist die Privatbrauerei Strate der zweitgrößte Bügelverschlussflaschenabfüller

Nach der Besichtigung stand die Verköstigung an. Sie fand im Hopfenblütenhäuschen statt, das innen mit einer Tapete im Schottenmuster versehen ist. Warum eine Schottentapete? Friederike Strate erläuterte, dass im Lipperland die Schotten (wegen Verschwendungssucht) des Landes verwiesen werden. Von Geiz konnten die Unternehmerinnen jedoch nichts feststellen. Beim Haxenessen hatten die Frauen ausgiebig die Möglichkeit, die Detmolder Bierspezialitäten wie Detmolder Pilsener, Detmolder Landbier, Weizen und Kellerbier zu probieren. Umgerechnet stehen etwa 7 Millionen Gläser Bier bei Strate im Keller. Anschließend wurden für die daheim gebliebenen flüssige Mitbringsel mitgenommen, aber auch Spezialitäten wie Landbiersenf oder Bierbrandpralinen.

Sehr lobens- und auch nachahmenswert ist der Leitsatz der Firma Strate „In der Region – für die Region. Da wo unser Bier getrunken wird, da kaufen wir.“ Die Zulieferer kommen, bis auf drei Ausnahmen, aus dem Absatzgebiet, das etwa 120 Kilometer rund um die Braupfanne liegt.

Nach einem schönen Ausflug trafen die Unternehmerinnen, die sich eigens mit dem Bus nach Detmold fahren ließen, wieder in Espelkamp ein.

 

Das nächste UTE Treffen ist am 20. März 2007 im Westfalen-Hof in Rahden. Nach einer Betriebsbesichtigung des Westfalen-Hof findet im Anschluss ein gemütliches Beisammensein gemäß dem Motto „Klüngeln - Klönen - Kontakte pflegen und knüpfen“ statt.

Am 17. April 2007 um 19.30 Uhr findet ein Vortrag im GAZ statt. Das Thema „Rating und Bilanzen“. Dorothee Hellmich, Dipl.-Betriebswirtin und Bilanzanalystin, aus Rahden referiert. Die Bonitätsbeurteilung der Unternehmen und Existenzgründungen durch Banken.

 

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung zu der Veranstaltung gebeten. Dieses ist über die Internetseite www.ute-web.com oder telefonisch bei Beate Henke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Espelkamp, Tel. 05772/562108 oder der Kooperationspartnerin Ruth Graf Büroservice, Tel. 05743/2373, möglich.