16.01.2007

 

UnternehmerinnenTreff Espelkamp – UTE
Vortrag: "Schuldner-/Mahnwesen"

Rechtsanwältin Kerstin Obexer aus Minden vermittelte den interessierten Frauen das Grundwissen aus dem Schuldner- und Mahnwesen. Einleitend stellte sie heraus, dass es sehr wichtig sei, über ausführliche Kundeninformationen zu verfügen. Daher. solle ein Kunde immer mit Vor- und Familiennamen, vollständiger Adresse, Telefonnummer und nach Möglichkeit auch mit einer Bankverbindung erfasst werden, damit im Falle der Zahlungsunfähigkeit alle notwendigen Daten sofort zur Verfügung stehen.
Die Rechnung für eine erbrachte Leistung sei immer sofort zu stellen. Der Rechnungsbetrag sei grundsätzlich sofort fällig, es empfehle sich jedoch, ein Zahlungsziel zu setzen, um den Zahlungseingang zu beschleunigen.
Zu beachten sind weiterhin geänderte Formvorschriften für die Ausstellung von Rechnungen, z. B. muss die Rechnung eine Steuernummer enthalten und fortlaufend nummeriert sein.
Sobald erkennbar werde, dass ein Kunde in Zahlungsschwierigkeiten gerate (schleppende Zahlungseingänge, ratenweise Zahlung), müsse an ausstehende Zahlungen erinnert werden. Gute Erfolge ließen sich auch mit dem sog. „Telefon-Inkasso“ erzielen. Im persönlichen Gespräch könne oftmals eine Klärung erreicht werden.
Falls alle Zahlungsaufforderungen erfolglos bleiben, habe der(die) Gläubiger(in) die Möglichkeit, beim zentralen Mahngericht in Hagen einen Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids zu stellen. Der Mahnbescheid werde dem Schuldner zugestellt. Nach Ablauf der 14-tägigen Widerspruchsfrist werde der Mahnbescheid erlassen. Damit könne ein Vollstreckungsbescheid erwirkt werden, der nötig sei, um gegebenenfalls eine Konten- oder Lohnpfändung beim Schuldner in die Wege zu leiten oder den Gerichtsvollzieher zu beauftragen.
Falls ein Schuldner über keinerlei Mittel mehr verfüge, müsse er eine eidesstattliche Versicherung über seine Zahlungsunfähigkeit abgeben. Kerstin Obexer wies darauf hin, dass die Schuldnerverzeichnisse beim zuständigen Amtsgericht frei einsehbar seien.
 Abschließend stellte sie fest, dass das Mahnwesen im Grunde das „Herzstück“ eines Untennehmens sei, denn zahlungsunwillige Kunden gefährden die Existenz.
Im Anschluss an die Veranstaltung gab es angeregte Gespräche unter den Teilnehmerinnen.

 

 

Der nächste Vortrag „Lebenslanges Lernen und Lernmotivation“ findet am Dienstag, 20. Februar 2007 um 19.30 Uhr im GAZ statt.

 

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung zu der Veranstaltung gebeten. Dieses ist über die Internetseite www.ute-web.com oder telefonisch bei Beate Henke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Espelkamp, Tel. 05772/562108 oder der Kooperationspartnerin Ruth Graf Büroservice, Tel. 05743/2373, möglich.